KTV und Visa-Verlängerung

22Aug2012

Mittlerweile bin ich also in Shenzhen und es geht mir auch super hier. Die Stadt ist mit ihren 12 Millionen Einwohnern wahnsinnig groß!
Am Samstag wurde ich vom Flughafen abgeholt und wir sind nach Hause gefahren wo ich dann neben der Mutter und meiner Gastschwester auch die Haushälterin, den Vater und seinen Fahrer kennenlernte. Ich habe ein eigenes sehr niedliches (und ein wenig mit chinesischem Kitsch ausgestattetes) Zimmer mit zur Zeit non-funktionellen Klimaanlage....das ist sehr anstrengend bei derzeit 35 Grad hier. 

Wie auch immer, Sonntag waren wir dann in der Stadt und haben mir ein Handy sowie einige andere Dinge gekauft. Abends hat der Uni-Professor meines Gastvaters zum Essen eingeladen. Wir waren zu acht und hatten einen eigenen Raum in einem riesigen Restaurant. Dort wurden dann innerhalb von circa 3 Stunden nach und nach Speisen auf den Tisch gestellt und wieder weggeräumt und neue hingestellt und wieder weggeräumt.. außerdem rannten 6 Kellner ständig um den Tisch um in die 5 Gläser die jeder vor sich stehen hatte einzuschenken, das kann auf Dauer sehr nervig sein. 

Montag ging dann der Sprachunterricht los. Anfangs habe ich mich etwas veräppelt gefühlt, da wir bei den Grundlagen (für die Chinesischsprecher: bo po mo fo de te ne le) begannen. Doch nachdem die Lehrerin dann verstand, dass das zu leicht ist, fragte sie wie viel Chinesisch wir denn können. Da ich mit meinen 5 Jahren deutlich am weitesten bin, hat sie mich prompt zu ihrer Assistentin gemacht. Außerdem hat sie allen dort erzählt, wie toll mein Chinesisch doch sei, mit anderen Worten: Ich werde jetzt nur noch auf Chinesisch angesprochen!
Nach dem Unterricht haben mich meine Gastschwester und eine Freundin von ihr (Wu Guankun bzw. Franzi) abgeholt. Wir haben Bubble Tea getrunken, der hier tausendmal leckerer schmeckt als in Deutschland und waren Karaoke singen (hier heißt das KTV). Das ist verdammt lustig. Man hat quasi einen Raum (wir waren nur zu dritt, also war der Raum relativ klein), der überall glitzert und funkelt. Da kann man dann was trinken und eben singen. Es gibt so viele Lieder, unter anderem auch einige deutsche und englische. Die Chinesen finden es dabei besonders cool, wenn man seine eigene Stimme ganz laut stellt und die der Sängers bzw. die Musik überhaupt nicht mehr hört. - Ich hingegen finde das furchtbar, da man dann jeden schiefen Ton hört. 

Am Dienstag war dann wieder Sprachunterricht und danach waren wir bei Wu Guankun zum Essen eingeladen. Was ich besonders interessant hier finde, sind die Preise. Wenn man mit dem Taxi fährt, kosten 20 Minuten Fahrt circa 2 Euro, mit der U-Bahn kostet eine Fahrt (egal wie lange) 50 Cent und mit dem Bus ungefähr 20 Cent. 
Nach dem Essen waren wie wieder beim KTV, was erneut sehr lustig war, besonders wenn dann Schlager und 80er auf dem Programm stehen. 
Abends habe ich dann endlich meinen Koffer ausgepackt und alles aufgeräumt. Ebenfalls sehr lustig wurde es, als ich waschen wollte. Ich kann meine Wäsche der Haushälterin geben, bis auf die Unterwäsche, die ich selber waschen soll. Kein Problem, dachte ich. Also schnappte ich mir meine Wäsche und habe im Waschbecken gewaschen. Irgendwann fingen sie alle an zu lachen, ich habe nicht verstanden warum, bis sie mir erklärten, dass es total komisch aussieht, wie ich wasche. Ich solle das doch unter der Dusche machen, während ich mich dusche...naja das werde ich dann heute mal ausprobieren. Da es so lustig aussah durfte ich nicht weiter waschen und die Haushälterin wollte mir unbedingt helfen, wobei ich mir natürlich total dumm vorkam. Wie auch immer, aus seinen Fehlern lernt man ja bekanntlich.
So, jetzt muss ich auch bald wieder los zum Sprachunterricht, aber heute Vormittag waren wir noch in der Stadt um Passbilder zu machen. Ich muss mein Visum ja verlängern lassen, wozu ich Passbilder brauche. Das Format meiner aus Deutschland ist natürlich nicht mit dem chinesischen kompatibel. Also sind wir in die Stadt gefahren und wollten zum Fotografen. Als wir gerade aus dem Bus ausstiegen, überraschte uns ein Regenguss. Anna hatte natürlich Top und kurze Hose sowie Ballerinas an...rechnet ja niemand mit. Komplett durchgeweicht und klitschnass kamen wir dann an. Ich durfte mich mit Klopapier abtrocknen und dann wurde das Foto auch schon geschossen. Ihr könnt euch sicher vorstellen wie besch***** es aussieht. 
So, jetzt muss ich erstmal los zum Sprachkurs, denn bis dahin brauchen wir circa 1 Stunde und 15 Minuten mit der U-Bahn...
Alles Liebe
Anna
Übrigents: Die Klimaanlage wird gerade repariert. :)